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Salzburger Nachrichten



 

 

Wein und Musik im Duett 

Fritz Pessl Wien (SN). Temperamentvoll, spritzig, elegant, gehaltvoll - allein das Vokabular, mit dem guter Wein und Musikstücke charakterisiert werden, gleichen einander auf frappierende Weise. So war die Begegnung zweier Künste, die Vereinigung unterschiedlichster Sinne nur eine Frage der Zeit: Die Österreichische Weinmarketing (ÖWM) und das neu gegründete Concerto Classic Wien haben soeben die CD „Rendezvous Wein & Musik" auf den Markt gebracht, auf der Musikbeispiele zu ausgewählten Weinen vorgeschlagen werden. Und so geriet ÖWM-Chef Willi Klinger bei der Präsentation ob der „Tiefe der Weine und des Orchesters" ins Schwärmen.

Die Ouvertüre: Schlumberger Sparkling Brut Jahrgangssekt in Kombination mit der „Champagner-Arie" aus Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Don Giovanni" - Synonym für Lebensfreude, rasantes Temperament, sinnliche Eleganz und belebende Leichtigkeit. Wie eng die Verbindung ist, zeigte Moderator Christoph Wagner-Trenkwitz auf: Das Jahr 1842 war sowohl Gründungsjahr des Hauses Schlumberger wie auch der Wiener Philharmoniker.

Leichtfüßig, tänzerisch und rasant ging's in den ersten Satz: Ein Muskateller gepaart mit Hörkostproben von Georges Bizet, Felix Mendelssohn und Sergej Prokofieff.

Mit einem pfeffrigen Grünen Veltliner aus dem Weinviertel wurde zur Jagd geblasen, der vierte Satz aus Josef Haydns Jagdsymphonie „La Chasse". Dazu Klinger: „Die Hörner haben Kraft und harmonieren mit der kristallklaren Frische des mittelschweren Veltliners."

Wie die Komposition entstand? Eine Jury aus Sommeliers, Weinkennern, Dirigenten, Sängern, Musikern und Regisseuren befasste sich intensiv mit Gaumenfreuden und Ohrenschmaus, um letztlich drei Werke zu einzelnen Weinsorten auszuwählen. Das 50 Mitglieder starke Orchester aus Musikern von Volksoper, Wiener Symphonikern, dem Radio Symphonie Orchester sowie dem Bruckner Orchester Linz sorgte für die musikalische Umsetzung.Ein Zweigelt für die Ohren Wie Rotwein den Ohren mundet? Rund, charmant und harmonisch flirtete der Zweigelt aus dem Kamptal mit der dritten Sinfonie von Johannes Brahms. Schroff und kantig hingegen zeigte sich der Blaufränkische aus dem Südburgenland, der in seiner unzugänglichen Art Beethoven und Johann Strauß Sohn nicht Paroli bieten konnte. Wie auch die Schwanensee-Suite von Tschaikowsky für das kecke Süße-Säure-Spiel der Beerenauslese zu schwermütig und getragen erschien. Aber so verschieden sind eben Geschmäcker.

Pano / 18.04.2009